Pädagogisches Konzept der Evangelischen Oberschule Schöneck
1. Einleitung
Evangelische Schulen sind ein Ausdruck des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Kirche und wirken eigenverantwortlich bei der Erfüllung der allgemeinen öffentlichen Bildungsaufgaben mit. Sie spiegeln damit nach der Auslegung des Bundesverfassungsgerichts von 1987 den vom Grundgesetz im Artikel 7, Absatz 4 und 5 gewollten „schulischen Pluralismus“ wider.
Die Evangelische Landeskirche Sachsens unterstreicht mit der Gründung von evangelischen Schulen und der Evangelischen Schulstiftung, dass sie auf Grundlage des christlichen Menschenbildes und eines christlich orientierten Sinn- und Werterahmens ihre Verantwortung bei den öffentlichen Bildungs- und Erziehungsaufgaben ernst nimmt.
Die 2005 gegründete Evangelische Oberschule Schöneck ist als Bekenntnisschule offen für Schüler, deren Eltern neben einer soliden Bildung auch an einer Erziehung nach christlichen Werten interessiert sind.
Unser Motto lautet "Miteinander leben – Miteinander lernen".
Aus diesem Grund spielen bei uns Moral, Ethik und Leben in der Gemeinschaft eine zentrale Rolle.
Unsere Bildungseinrichtung befindet sich in Trägerschaft des Obervogtländischen Vereins für Innere Mission Marienstift e.V. Oelsnitz und trägt vollständig die Ziele dieses Diakonischen Vereines.
2. Miteinander leben – Miteinander lernen
Unser Schulmotto basiert auf unserem Leitbild und den vier Profilen, die an der Schule eine zentrale Rolle spielen.
Profile
Entsprechend unseres Logos bestehen vier Profile an unserer Schule:
Evangelisches Profil:
An unserer Schule wird der Glaube im Alltag gelebt. Dazu wird Schülern im Schülerbibelkreis, einem Schülerwochenende sowie in gemeinsamen Gottesdiensten und Andachten Gelegenheit gegeben, ihren Glauben zu stärken.
Inklusives Profil:
Kinder mit Handicap erfahren durch eine professionelle Inklusion das „Miteinander“ an unserer Schule. Bei uns wird jedes Kind dort abgeholt, wo es gerade steht.
Sozial-diakonisches Profil:
Unsere Schüler werden in ihrer Bereitschaft unterstützt und gefördert, sich für Kranke, Behinderte, Alte und gesellschaftlich Benachteiligte einzusetzen und dies in der Praxis anzuwenden.
Sportliches Profil:
Die sportliche Förderung unserer Schüler liegt uns sehr am Herzen. Sie erfolgt in Kooperation mit Vereinen, im Rahmen von Ganztagsangeboten sowie in Neigungskursen und der Teilnahme an Wettkämpfen.
3. Schulsituation und räumliche Bedingungen
Mit der Gründung der Evangelischen Oberschule Schöneck beabsichtigten die Initiatoren, ortsansässige Unternehmen sowie Vertreter der Kommunalpolitik, den Schulstandort Schöneck zu erhalten. Die Grundvoraussetzungen hierzu waren sowohl durch das Einzugsgebiet als auch durch das vorhandene Schulgebäude gegeben.
In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Schöneck wurde eine komplette Sanierung des bestehenden Schulgebäudes zuzüglich eines Anbaus durch den Schulträger und der Turnhalle unter Einbeziehung von Fördermitteln geplant und realisiert.
Helle, freundliche Klassenräume sowie speziell ausgestattete Fachkabinette inklusive interaktiver Tafeln laden zum Lernen ein.
Generell wird das gesamte Schulobjekt von zwei Schulen, der staatlichen Grundschule und dem Evangelischen Schulzentrum Oberes Vogtland mit den Schularten Oberschule und Berufliches Gymnasium, genutzt.
4. Aussagen zur Pädagogischen Konzeption
Rechtliche Grundlagen
Unsere Schule ist in der Auswahl der Unterrichtsinhalte an die Richtlinien des Landes Sachsen gebunden. Sie erfüllt die vorgeschriebenen Erziehungs- und Bildungsziele, die Lehrpläne sowie die Ausbildungsziele des Kultusministeriums. Auch für einen Unterricht, der christlichen Grundsätzen verpflichtet ist, gelten pädagogische und didaktische Maßstäbe mit einem lebensnahen, ganzheitlichen und schülerorientierten Unterricht. Zugleich aber gewinnt der Unterricht durch die biblische Sicht auf den Menschen und seiner Umwelt wesentliche Perspektiven und Schwerpunkte.
Der problemlose Übergang unserer Schüler an andere Schulen ist jederzeit möglich.
5. Schulorganisation
5.1. Unterrichtsmethoden
Die vielfältigen Anforderungen, die die Gesellschaft und nicht zuletzt das Wirtschaftsleben an die Jugendlichen stellt, machen eine variable und doch zielgerichtete Unterrichtsmethodik notwendig.
So soll der Unterricht neben der Vermittlung einer hochwertigen Fachkompetenz zunächst einmal die Leistungsfähigkeit und den Leistungswillen der Schüler ansprechen. Dafür ist es notwendig, dass an die bereits vorhandenen Kenntnisse der Schüler angeknüpft wird und individuelle Stärken erkannt und gefördert werden. Damit die Kinder interessiert und motiviert dem Unterricht folgen, bedarf es des Weiteren einer erhöhten Anschaulichkeit und Verständlichkeit. Ebenso unerlässlich ist in dieser Hinsicht ein vielfältiges Methodenspektrum. Vor allem unter dem Gesichtspunkt der Stärkung der Sozialkompetenz sollen die SchülerInnen neben dem notwendigen Frontalunterricht vermehrt in Partner- und Gruppenarbeit sowie in Projekt- bzw. Stationsarbeit begleitet werden. Hier wird eine gegenseitige Achtung, aber auch ein respektvoller Umgang miteinander und Kommunikations- und Konfliktfähigkeit geschult.
Um unsere Schüler auf die Komplexität des Arbeitslebens vorzubereiten, nutzen wir die Möglichkeiten des fachübergreifenden Unterrichts.
5.2. Leistungsbewertung
Bewertungen und Benotungen sind Bestandteil des Unterrichts. Sie geben Auskunft über die kognitiven Fähigkeiten des Schülers und dienen ihm gleichzeitig zur Motivation und Orientierung. Zugrunde liegen die vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus
erlassenen Lehrpläne sowie die Anordnung zu Benotung der erbrachten Schülerleistung in einem bestimmten Fach. Da von unterschiedlichen Fähigkeiten der SchülerInnen ausgegangen werden muss, finden individuelle Lernfortschritte und die Leistungsfähigkeit des Einzelnen Berücksichtigung.
Für die Ermittlung der Halbjahres- und Endnoten werden alle vom Schüler erbrachten Leistungen im schriftlichen, mündlichen und handlungsorientierten Bereich
herangezogen. Die Noten sind für die Kinder und deren Eltern transparent.
5.3. Bildungsangebote
Im Rahmen der Ganztagsschule bietet das Evangelische Schulzentrum Oberes Vogtland Arbeitsgemeinschaften in verschiedenen Bereichen an. Die Kinder haben die Wahl zwischen sportlichen, kreativ-musischen, naturwissenschaftlich-technischen, hauswirtschaftlichen sowie persönlichkeitsfördernden Angeboten. Während die Teilnahme an einer Arbeitsgemeinschaft für die Klassen 5-6 verpflichtend und im Stundenplan integriert ist, erfolgt sie für die Klassen 7-10 auf freiwilliger Basis. Die Schüler sollen in der Arbeitsgemeinschaft Fachgebiete kennen lernen, praktisch anwenden und wenn möglich in den Schulalltag oder in Veranstaltungen einbringen.
Um interessenbezogenes Arbeiten zu gewährleisten, werden vielfältige Neigungskurse angeboten. Laut Lehrplan muss jeder Schüler ab der Klasse 7 während des gesamten Schuljahres an einem der Kurse durchgängig teilnehmen. Hier sollen sich die Schüler praxisorientiert mit verschiedenen Fachrichtungen auseinandersetzen, die für den späteren Berufswunsch bereits Orientierung geben können. In diesen Kursen werden die Neigungen und Begabungen der Schüler herausgearbeitet, gestärkt und neben unterrichtsbegleitenden Themen auch Gebiete aus der heimischen Wirtschaft und sozial-diakonischen Einrichtungen angeboten.
Das Angebot in den Arbeitsgemeinschaften orientiert sich überwiegend an unseren vier Profilen.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Forderung und Förderung. So betreuen Pädagogen im Rahmen des Förderunterrichts Schüler, welche Probleme haben, die Inhalte eines Faches zu verstehen und anzuwenden. Dies trifft besonders zu in Mathematik, Deutsch und Englisch. Gleichzeitig werden erkannte Talente in Leistungsgruppen ausgebaut und gefordert.
Durch unsere Inklusionsabteilung werden Schüler mit diagnostizierten Defiziten professionell begleitet und ins Schulleben integriert. Die Begleitung besteht aus intensiver Zusammenarbeit mit den Eltern, den Förderschulen und Gutachtern. Des Weiteren werden gesetzlich verankerte Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen, ergotherapeutische, logopädische sowie sozialpädagogische Förderung umgesetzt. Diese Maßnahmen werden in individuellen Förderplänen koordiniert und gelten dem gesamten Team als Arbeitsgrundlage.
5.4. Außerschulische Aktivitäten
Neben den innerschulischen Angeboten bietet das Evangelische Schulzentrum Oberes Vogtland auch Angebote außerhalb der Schule an. Neben den Klassenwandertagen und Klassenfahrten gibt es auch klassenübergreifende Angebote.
Mit dem jährlich stattfindenden Skilager wird das sportliche Profil unterstrichen.
Die christlichen Werte und eine tolle Gemeinschaft können in einem spannenden Schülerbibeltage erlebt werden.
Musisch und künstlerisch begabte SchülerInnen können in Vorbereitung schulischer Musicals an regelmäßig stattfindenden Chorlager teilnehmen. Auch dort sind unsere Werte und die tolle Gemeinschaft klassenübergreifend spürbar.
5.5. Berufs- und Zukunftsorientierung
In Unterricht, Projekten, Praktika und Aktionstagen wird auf die Zeit nach der Oberschule vorbereitet. Das kann die Berufsausbildung, ein freiwilliges soziales Jahr oder aber das Abitur sein. Die enge Kooperation mit dem Praxis- und Berufsberater, berufsorientierenden Einrichtungen wie auch Unternehmen, Einrichtungen und weiterführende Schulen der Region sorgen für einen nahtlosen Übergang.
Eindeutige Höhepunkte der Berufsorientierung sind das persönliche Bewerbungstraining mit Betrieben und Einrichtungen der Region im IFA-Hotel Schöneck sowie der Aktionstag ESOV Plus, an dem Ausbildungsbetriebe, Berufsschulen, FSJ-Stellen wie auch Fachgymnasien Wege aufzeigen, wie es nach den Schulabschlüssen der Oberschule weitergehen kann.
5.6. Lehrerschaft
Alle am Evangelischen Schulzentrum Oberes Vogtland unterrichtenden Pädagogen sind staatlich anerkannte Lehrkräfte, welche eine positive Einstellung zum christlichen Leben haben und die christlichen Werte authentisch vorleben. Das Lehrerkollegium unterrichtet auf der Grundlage der Richtlinien und Lehrpläne des Freistaates Sachsen.
Alle LehrerInnen bringen den SchülerInnen entsprechend des Leitbildes Echtheit, Zutrauen, Verantwortung und Achtung entgegen.
Um unserem Erziehungsauftrag gerecht zu werden, nutzen alle LehrerInnen Fortbildungsangebote verschiedener Träger sowie Weiterbildungsmaßnahmen und erweitern so beständig ihre christlichen, pädagogischen und fachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
5.7. Elternarbeit
Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist eine wichtige Basis in der Umsetzung des Erziehungs- und Bildungsauftrages der Schule. So ist ein vertrauensvolles Verhältnis Grundlage für das gesamte Handeln. Hierdurch ergibt sich ein positiver Ansatzpunkt, die im Schulleben vermittelten christlichen Werte weiter zu tragen beziehungsweise auf familiäre Probleme zu reagieren. Gemeinsam mit den Eltern ist somit eine optimale Entwicklung der Kinder anzustreben.
Im Laufe des Schuljahres werden Elternabende und Elternsprechtage durchgeführt. Zusätzlich haben die Eltern jederzeit die Möglichkeit, individuell ein Gespräch mit einer Lehrkraft, den gewählten Elternvertretern, dem Team der Inklusionsabteilung oder dem Schulleiter zu vereinbaren.
Die Eltern werden zudem aktiv in die Gestaltung des schulischen Lebens einbezogen. Sie erhalten zum Beispiel Einladungen zu Gottesdiensten, können am Elterngebetskreis teilnehmen, beteiligen sich an der Vorbereitung von schulischen Höhepunkten, Projekten und Exkursionen bzw. Wandertagen und der Ausgestaltung von Klassenzimmern. Im Rahmen von Ganztagesangeboten, des Elternrates und des Förderkreises haben Eltern Mitwirkungsmöglichkeiten am Schulleben.
5.8. Öffentlichkeitsarbeit
Das Evangelische Schulzentrum Oberes Vogtland ist ein aktiver Teil der Stadt Schöneck und der Stadt Bad Elster und der jeweiligen Kirchgemeinde. Die Schule wirkt durch diverse Veranstaltungen am öffentlichen Leben der Umgebung mit und hat sich als wesentlicher kultureller und sozialer Bestandteil dieser Region etabliert. Die Eltern, die Kirche, die Kommune und die lokalen Unternehmen und Einrichtungen geben der Schule die notwendige Stabilität und Unterstützung. So erhalten die Schüler die Gelegenheit im Rahmen der Arbeitsgemeinschaften das Handwerk verschiedener Institutionen im wirtschaftlich-technischen wie sozialen Bereich kennen zu lernen und wertvolle Kontakte für Praktika und späteren Beruf zu knüpfen. Hierzu bestehen Kooperationsvereinbarungen mit Vereinen, Betrieben und Einrichtungen.
Über das Schuljahr verteilt finden öffentliche Veranstaltungen statt, die einen Einblick in das Leben des Evangelischen Schulzentrums Oberes Vogtland gewähren.
Über die Schulhomepage sind sowohl grundlegende als auch aktuelle Informationen zur Schule einsehbar.
6. Zusammenfassung
Wir freuen uns, für unsere Schüler Bedingungen geschaffen zu haben, in denen sie mit Freude leben, lernen und ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln können.
Pädagogisches Konzept Evangelisches Berufliches Gymnasium
1. Rechtliche Grundlagen
Evangelische Schulen sind ein Ausdruck des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Kirche und wirken eigenverantwortlich bei der Erfüllung der allgemeinen öffentlichen Bildungsaufgaben mit. Sie spiegeln damit nach der Auslegung des Bundesverfassungsgerichts von 1987 den vom Grundgesetz im Artikel 7, Absatz 4 und 5 gewollten „schulischen Pluralismus“ wider.
Die 2005 gegründete Evangelische Oberschule Schöneck und das Evangelische Berufliche Gymnasium Schöneck sind als Bekenntnisschulen offen für SchülerInnen, deren Eltern neben einer soliden Bildung auch an einer Erziehung nach christlichen Werten interessiert sind.
Unser Motto lautet "Miteinander leben – Miteinander lernen". Aus diesem Grund spielen bei uns Moral, Ethik und Leben in der Gemeinschaft eine zentrale Rolle.
Unsere Bildungseinrichtung befindet sich in Trägerschaft des Obervogtländischen Vereins für Innere Mission Marienstift e.V. Oelsnitz und trägt vollständig die Ziele dieses Diakonischen Vereines.
2. Gründungsmotive
Wir wollen die gewachsenen Angebote unseres Vereins, wie die Evangelische Kindertagesstätte Oelsnitz, die Evangelische Grundschule Oelsnitz und die Evangelische Oberschule Schöneck mit dem Bildungszweig eines Beruflichen Gymnasiums bereichern.
Seit Gründung der Evangelischen Mittelschule im Jahr 2005 konnte eine stetig steigende Nachfrage festgestellt werden, welche zu einer Dreizügigkeit der Schule ab 2015 in Schöneck geführt hat. Seit dem Schuljahr 2018/2019 wurde die Außenstelle Bad Elster mit einer weiteren Klasse eröffnet.
Gründe hierfür sind die zentrale Lage der Schule, die christliche Prägung und Ausrichtung sowie die in der Schule geleistete pädagogische Arbeit.
Mit dem gestiegenen Interesse an unserer Schule hat sich auch die Nachfrage von Eltern, deren Kinder eine gymnasiale Bildungsempfehlung besitzen, bezüglich einer gymnasialen Oberstufe wesentlich erhöht. SchülerInnen und deren Eltern, die den Bildungsweg auf Grundlage des christlichen Glaubens und christlicher Werte beschreiten wollen, soll es nun auch ermöglicht werden, die Allgemeine Hochschulreife an einer evangelischen Schule erlangen zu können.
Wir erleben in den Klassen 9 und 10 unserer Oberschule einen relativ hohen Anteil von SchülerInnen mit dem Wunsch, nach erfolgreichem Abschluss der Realschule, das Abitur zu erwerben. Besonders favorisiert ist bei unseren AbsolventInnen der Besuch eines Beruflichen Gymnasiums.
Das Berufliche Gymnasium versteht sich als ganzheitlicher Lebens- und Erfahrungsraum. Wir wollen ein Lernen ermöglichen, das die Persönlichkeit der SchülerInnen nachhaltig prägt in Bezug auf Bildung, Werte, Lebenstüchtigkeit und im Erwerb von Schlüsselqualifikationen und -kompetenzen.
Bedingt durch unseren diakonischen Träger, dem Obervogtländischen Verein für Innere Mission Marienstift e. V., kommt die Fachrichtung „Gesundheit und Sozialwesen“ für das Berufliche Gymnasium zur Anwendung und stellt dadurch eine Fortführung des Sozialdiakonischen Profils der Evangelischen Oberschule Schöneck dar.
Sowohl in der Stadt Schöneck, als auch im gesamten oberen Vogtland, bilden Betriebe der Datenverarbeitung und der Elektronik einen wesentlichen Anteil der wirtschaftlichen Infrastruktur und geben damit eine Basis für die Errichtung der zweiten Fachrichtung „Informations- und Kommunikationstechnologie“.
3. Voraussetzungen
Die Aufnahmevoraussetzungen orientieren sich an der Schulordnung Berufliche Gymnasien des Freistaates Sachsen. Aufgenommen werden können SchülerInnen, die die Klassenstufe 10 einer Mittelschule besucht und den Realschulabschluss mit mindestens dreimal der Note „gut“ in den Fächern Deutsch, Mathematik, der ersten Fremdsprache, Physik, Chemie und Biologie abgelegt haben. In keinem der genannten Fächer sollte die Leistung schlechter als die Note „befriedigend“ liegen.
Außerdem können SchülerInnen von Gymnasien mit dem Versetzungszeugnis von Klassenstufe 10 in die Jahrgangsstufe 11 sowie SchülerInnen mit einem Realschulabschluss, die eine mindestens zweijährige Berufsausbildung abgeschlossen haben, aufgenommen werden.
Dabei orientieren wir uns an den Notenanforderungen der Schulordnung, entscheiden aber im Einzelfall nach einem fachlich orientierten Eignungsgespräch.
4. Anmeldung
Der Antrag auf Aufnahme an das Berufliche Gymnasium des Obervogtländischen Vereins für Innere Mission e.V. soll bis zum 31. März eingereicht werden. Spätere Bewerbungen werden bei freier Kapazität berücksichtigt.
5. Dauer und Ziel der Ausbildung
Die schulische Ausbildung am Beruflichen Gymnasium erstreckt sich über drei Schuljahre und untergliedert sich in die Klassenstufe 11 als Orientierungsphase sowie die Jahrgangsstufen 12 und 13 als Qualifikationsphase.
Zielstellung ist mit dem Ablegen der Abiturprüfung die Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife, die zur Aufnahme eines Studiums an jeder Universität, Hochschule, Fachhochschule und Berufsakademie berechtigt.
Mit der Wahl der Fachrichtung legt man sich noch nicht auf bestimmte Studienrichtungen fest.
6. christlich-pädagogische Ausrichtung
6.1. Christliche und pädagogische Grundlagen und Ziele
- Wir zeigen Gottes Wesen auf, das auf den Prinzipien der Liebe und Wahrheit beruht. Außerdem leitet uns die Bibel an, wie ein Leben nach Gottes Ideen gelingt.
- Die Grundlage für unsere Beziehungen an der Schule ist Gottes Menschenbild, das heißt:
- Alle sind herzlich willkommen und werden ohne Rücksicht auf ihre Herkunft, Konfession oder Begabung angenommen und begleitet.
- Jeder Mensch ist gleich geachtet, wertvoll und geliebt – unabhängig davon, was er ist, was er kann und was er getan hat; menschliches Leben ist ein einmaliges Geschenk Gottes.
- Alle Menschen sind fehlbar und brauchen Vergebung.
- Wir möchten die SchülerInnen ermutigen, Gaben, Potenziale und Fähigkeiten zu entdecken und zu entwickeln; miteinander fröhlich, motiviert Lernen, Leistungsbereitschaft fördern und eine ansprechende Lernatmosphäre schaffen – zum Erreichen des bestmöglichen Schulabschlusses jedes Schülers.
- Unser Miteinander ist geprägt von Liebe und gegenseitigem Respekt. Dies betrifft die Eltern, die SchülerInnen, das LehrerInnen- und Mitarbeiterteam, die Schulleitung und den Schulträger.
- Wir stehen für christliche Werte und machen sie im Schulalltag erlebbar. Dies geschieht beispielsweise in wöchentlichen Andachten in der Klassenleiterstunde, in Gottesdiensten oder bei der Behandlung von Lehrplaninhalten.
- Wir pflegen einen positiven pädagogischen Umgang mit Fehlbarkeit und sehen Fehler als Lernchance.
- Alle Mitarbeiter leben authentisch christliche Werte vor.
- Eine ganz wichtige Säule unserer Arbeit ist die Einbeziehung der Eltern. Sie tragen die Hauptverantwortung für die Erziehung ihrer Kinder. Für den schulischen Bereich übertragen sie diese an die Schule.
- Wir wollen ein Lernen ermöglichen, das die Persönlichkeit der SchülerInnen nachhaltig prägt in Bezug auf Bildung, Werte, Lebenstüchtigkeit und im Erwerb von Schlüsselqualifikationen und –kompetenzen. Wir wünschen uns, dass unsere SchülerInnen auch später im Leben ihr Umfeld positiv prägen.
6.2. Leitbild
Unser Schulmotto basiert auf unserem Leitbild „ Miteinander leben – Miteinander lernen“, das an unserer Schule eine zentrale Rolle spielt.
Am Evangelischen Schulzentrum Oberes Vogtland bestehen 4 Leitwerte:

Achtung: Wir gestalten unser Leben in Achtung vor Gott. Unser Miteinander ist geprägt von gegenseitiger Wertschätzung. Da wir uns von Gott geliebt wissen, achten wir uns selbst.
Echtheit: Die Beziehung zu Gott vertieft sich durch Offenheit und Ehrlichkeit. Diese Echtheit leben wir auch untereinander und sind ehrlich zu uns selbst.
Verantwortung: Wir übernehmen Verantwortung für unser Reden und Tun wie auch für unser eigenes Leben. Wir tragen die Verantwortung, die Gott jedem von uns gegeben hat und übernehmen Verantwortung für unsere Mitmenschen.
Zutrauen: Gott hat uns Gaben und Fähigkeiten anvertraut, die wir mutig einsetzen. Wir vertrauen einander und trauen uns selber zu, Herausforderungen zu meistern.
7. Didaktisch-methodische Schwerpunktsetzungen in der Unterrichtsführung
Ziel des Beruflichen Gymnasiums ist es, die SchülerInnen auf ein entsprechendes Studium sowie auf hochqualifizierte Berufe oder die Übernahme leitender Funktionen in Wirtschaft und Gesellschaft vorzubereiten. Hierzu werden moderne Unterrichtsmethoden mit wissenschaftlichem Charakter und auch erste Formen der selbständigen Erarbeitung von Erkenntnissen zum Einsatz kommen. Auch die Arbeit im Team wird gefördert und bildet eine Basis für gemeinschaftliches Lernen und eine Vorbereitung auf das spätere Studium.
Durch Anknüpfung an vorhandene Kenntnisse werden den SchülerInnen Wissen und Kompetenzen vermittelt. Mit einem vielfältigen Methodenspektrum wird die Eigenverantwortung und Selbständigkeit gefördert und die Persönlichkeit sowie die Sozialkompetenz der SchülerInnen weiter gestärkt. Aufgrund der Komplexität des heutigen Lebens und Handelns in der Gesellschaft ist ein fächerübergreifender Schulalltag unabdingbar. Neben dem Klassenverband in der Einführungsstufe der Klasse 11 ist das Lernen in Fachkursen mit einer Betreuung durch geeignete TutorInnen und FachlehrerInnen Grundlage für die Lernarbeit. Die SchülerInnen werden durch die Oberstufenberater betreut und auf ihr späteres Studium vorbereitet. Hier werden auch bereits vorhandene Vereinbarungen mit Betrieben der Region genutzt, um den Unterricht praxisbezogen zu gestalten.
8. Fachrichtung Gesundheit und Sozialwesen
Das sozialdiakonische Profil der Oberschule wird mit der Fachrichtung „Gesundheit und Sozialwesen“ am Beruflichen Gymnasium fortgeführt.
Diakonisches Lernen dient zur Identitätsfindung, entwickelt Empathiefähigkeit und vermittelt Werte wie Nächstenliebe, Achtung vor dem Leben, Respekt und Wertschätzung gegenüber allen Menschen.
Das Fach „Gesundheit und Soziales“ arbeitet nach dem Lehrplan Berufliches Gymnasium Gesundheit und Soziales (hrsg. vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus,
Dresden 2005/2009).
Ergänzend dazu wird ein Praxisbezug hergestellt werden, der Kontakte zu den sozialdiakonischen Einrichtungen des Schulträgers (Behindertenwerkstatt, Pflegeheime, Kindergarten) vertieft oder erst ermöglicht.
Verbunden mit der Fragestellung, wie Unterstützung und Gesundheitsförderung gelingen kann, setzt das Fach den karitativen und sozialen Charakter unseres sozialdiakonischen Profils fort.
Die schulische Ausbildung mit diesem Schwerpunkt soll zur allgemeinen Befähigung zum Studium führen und dabei besonders das Interesse im Bereich der Gesundheits- und Sozialwissenschaften wecken.
9. Fachrichtung Informations- und Kommunikationstechnologie
Das Fach „Informations- und Kommunikationstechnologie“ arbeitet nach dem Lehrplan Berufliches Gymnasium Informatiksysteme (hrsg. vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus, Dresden 2007/2011).
Als Praxisbezug dient der enge Kontakt zu Softwareentwicklern, Elektronik- und kommunikationstechnologischen Betrieben der Region.
Die schulische Ausbildung mit diesem Schwerpunkt soll zur allgemeinen Befähigung zum Studium führen und dabei besonders das Interesse im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie wecken.
10. Leistungsbewertung
Bewertungen und Benotungen sind Bestandteil des Unterrichts. Sie geben Auskunft über die kognitiven Fähigkeiten des Schülers/der Schülerin und dienen ihm/ihr gleichzeitig zur Motivation und Orientierung. Zugrunde liegen die vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus erlassenen Lehrpläne sowie die Anordnung zu Benotung der erbrachten Schülerleistung in einem bestimmten Fach. Da von unterschiedlichen Fähigkeiten der SchülerInnen ausgegangen werden muss, finden individuelle Lernfortschritte und die Leistungsfähigkeit des Einzelnen Berücksichtigung.
Alle vom Schüler/von der Schülerin erbrachten Leistungen im schriftlichen, mündlichen und handlungsorientierten Bereich werden herangezogen. Die Noten sind für die SchülerInnen und deren Eltern transparent und online einsehbar.
11. Inklusion
Durch unsere Inklusionsabteilung werden SchülerInnen mit diagnostizierten Defiziten professionell begleitet und ins Schulleben integriert. In enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Institutionen werden gesetzlich verankerte Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen, ergotherapeutische, logopädische sowie sozialpädagogische Förderung umgesetzt. Diese Maßnahmen werden in individuellen Förderplänen erfasst und gelten dem gesamten Team als Arbeitsgrundlage.
12. Klassengemeinschaft und Organisationsformen des Lernens
Auf dem Weg zum Abitur kommt der Klassenstufe 11 eine besondere Bedeutung zu. Um diesen anspruchsvollen Weg gemeinsam bewältigen zu können, sollen die SchülerInnen die Klassengemeinschaft als Ort des wertschätzenden Miteinanders und der gegenseitigen Hilfe und Unterstützung kennenlernen. Diese Plattform können sie zur individuellen Vor- und Nachbereitung des Unterrichts nutzen, um gemeinsam zu üben und Lerninhalte zu erarbeiten sowie sich an kooperativen Lernformen zu erproben. Somit lernen die SchülerInnen sich zu reflektieren, sich auszutauschen und sich wechselseitig zu ergänzen. Die Förderung ihrer Selbstständigkeit und Selbstorganisation ermöglicht den SchülerInnen, eigenverantwortliche Entscheidungen über ihr Lernpensum und die konkrete Ausgestaltung ihres schulischen Alltags zu treffen, welches die Basis für das tutorengestützte Lernen ab Klasse 12 ist.
13. Schülermitwirkung
In Klassenstufe 11 werden, gemäß der Schülermitwirkungsverordnung des Freistaates Sachsen, zwei SchülersprecherInnen und für die Jahrgangsstufe 12 und 13 je zwei JahrgangsstufensprecherInnen gewählt. In jedem Schuljahr werden dann aus diesen SchülerInnen zwei SchülersprecherInnen für die gesamte gymnasiale Oberstufe des Evangelischen Schulzentrums Schöneck gewählt. Diese SchülersprecherInnen nehmen an Sitzungen des Schülerrates des Schulzentrums teil.
14. Elternarbeit
Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist eine wichtige Basis für die Fortführung der in der Oberschule begonnenen Bildungs- und Erziehungsarbeit. So ist ein vertrauensvolles Verhältnis Grundlage für das gesamte Handeln. Hierdurch ergibt sich ein positiver Ansatzpunkt für die Beratungs- und Informationstätigkeit. Gemeinsam mit den Eltern ist somit eine optimale Weiterentwicklung der Jugendlichen anzustreben.
Im Laufe des Schuljahres werden Elternabende und Elternsprechtage durchgeführt. Zusätzlich haben die Eltern jederzeit die Möglichkeit, individuell ein Gespräch mit einer Lehrkraft, den gewählten Elternvertretern, dem Team der Inklusionsabteilung oder dem Schulleiter zu vereinbaren.
Die Eltern werden zudem, wenn möglich, aktiv in die Gestaltung des schulischen Lebens einbezogen.
15. Lehrkräfte
Es werden Lehrkräfte eingestellt, die den Anforderungen des „Gesetzes über Schulen in freier Trägerschaft“ im §5 entsprechen. Wir erwarten von den Lehrkräften eine positive Einstellung zum christlichen Leben sowie das authentische Leben christlicher Werte.
Entsprechend unseres Leitbildes bringen die LehrerInnen den SchülerInnen Echtheit, Zutrauen, Verantwortung und Achtung entgegen. Alle LehrerInnen nutzen Fortbildungsangebote verschiedener Träger sowie Weiterbildungsmaßnahmen und erweitern so beständig ihre christlichen, pädagogischen und fachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
16. Schulorganisatorische Rahmenbedingungen
Das Evangelische Berufliche Gymnasium Schöneck macht sich die Bildungs- und Erziehungsziele der Beruflichen Gymnasien im Freistaat Sachsen in ihren wesentlichen Bestandteilen zu eigen. Die geltenden Lehrpläne und Stundentafeln für die Beruflichen Gymnasien in Sachsen sind die Grundlage des Unterrichts.
Evangelischer Religionsunterricht ist verpflichtender Bestandteil des Unterrichtsangebotes. Das Fach Ethik wird nicht unterrichtet.
17. Schulaufbau und Schulentwicklung
Der OVV Marienstift e.V. hat ab dem Schuljahr 2017/18 mit einer 11. Klasse den Schulbetrieb aufgenommen. Das Berufliche Gymnasium Schöneck wurde nach drei Jahren als staatlich anerkannte Ersatzschule bestätigt.